04.03.2017

Schöne Männer, schwarze Krähen

Auftakt des Krimifestivals „tatort fulda“ mit Aglaia Szyszkowitz (Fuldaer Zeitung, 04.03.2017)

Mord und Totschlag, hinterhältige Tricks, Betrügereien und andere Straftaten halten wieder Einzug in die Barockstadt. Jedenfalls literarisch. Denn gestern Abend startete das Krimifestival „tatort fulda“. Den Auftakt zur achten Runde der beliebten Lesereihe bestritt Aglaia Szyszkowitz, die TV-Zuschauern als Jenny Berlin aus der Serie „Einsatz in Hamburg“ bekannt ist.

Von unserem Redaktionsmitglied ANKE ZIMMER

In den Hansestadt-Krimis der ZDF-Reihe kümmert sich Aglaia Szyszkowitz als Jenny Berlin um die Aufklärung von Verbrechen. Fuldaer Krimifans lernten die 49-Jährige gestern als charmante und sehr humorvolle Vorleserin kennen. Sie präsentierte in den Räumen von NeuSehLand den Roman „Tot bist du mir lieber“ von Edith Kneifl. Die drei Damen vom Wiener Naschmarkt:

Der Krimi erzählt von der Privatdetektivin Magdalena Musil und ihren Freundinnen Elvira und Sofia, die beide kurzerhand als Mitarbeiterinnen engagiert werden, als es darum geht, den Liebhaber der sehr wohlhabenden Britta Faber aufzuspüren. Diese hatte ihn über eine Internet-Datingagentur kennengelernt und er sie dann ordentlich um ihr Geld betrogen. Aber ach, er konnte doch so gut zuhören ... Logisch, dass sie ihn wiederhaben will. Das muntere Trio meldet sich daraufhin ebenfalls auf dem Portal an und macht die Bekanntschaft mit einem scheuen Mann, einem schönen Mann, und Sofia datet unwissentlich gar ihren eigenen Mann. Der Gesuchte – natürlich der Schönling – stirbt (Brandunfall oder Mord?), an seinem Grab stehen gleich mehrere mehr oder minder trauernde Damen (Magdalena: „Wir sehen alle aus wie schwarze Krähen“), und dann hängt die erste von ihnen auch noch am Kronleuchter. Selbstmord? Die Privatdetektivin hat da so ihre Zweifel.

Die bei München lebende Österreicherin Szyszkowitz, die zuvor gut gelaunt mit Thomas Kupka, dem Prokuristen von NeuSehLand, geplaudert hatte über ihren Werdegang, die Liebe zum Fernsehen und dem Theater, zum Land und der Stadt, zu Deutschland und Österreich – „Abwechslung ist das Schönste“ erklärte sie denn auch –, begeisterte das Publikum durch ihren lebhaften Vortrag, der von vielen Gesten begleitet wurde. Denn in Wien wird nunmal in der Sommerhitze gemordet, und da muss man sich natürlich Luft zufächeln. Und wenn Frauen wie Magdalena, Elvira, Sofia und vor allem Britta trinken, dann bleibt es selten bei nur einem Piccolöchen.

Musikalisch umrahmte Nicole Trunt aus Gießen den Abend, der nach der Lesung traditionell mit Getränken, Häppchen, vielen Gesprächen und ganz ohne Verbrechen ausklang.

Service: Für folgende „tatort fulda“-Termine sind noch Karten zu haben: 7. März (Sven Stricker), 8. März (Günther Thömmes), 14. März (Uli Aechtner), 15. März (Jule Gölsdorf), 20. März (Carolin Weber) und 24. März (Kai Engelke und Helm van Hahm).