Es summt im Ohr… Was tun bei Tinnitus?

Penetrant, nervtötend und unerwünscht – immer mehr Menschen leiden unter Tinnitus. Sie hören ein Geräusch im Ohr, das  wie ein Pfeifen, Rauschen oder Summen klingt und keine erkennbare Quelle hat.
Mögliche Ursachen für diese Ohrgeräusche sind Hörminderungen, Lärm, Stress, Hörsturz, Drehschwindel, Probleme an den Zähnen, Kiefern oder der Halswirbelsäule. Manchmal lässt sich gar kein organisches Problem finden.

Wenn Geräusche im Ohr auftreten und Sie diese auch am nächsten Tag noch hören, sollten Sie umgehend einen HNO-Arzt aufsuchen. Ganz besonders dann, wenn sie von plötzlichen Hörproblemen oder Schwindel begleitet werden.

Während man früher davon ausging, dass man den ständigen, quälenden Ohrgeräuschen für den Rest des Lebens ausgeliefert ist, eröffnen sich heute andere Perspektiven. Ein Wundermittel gibt es nicht – doch viele erfolgversprechende Wege. So kann das Problem Tinnitus häufig gelöst werden.

Die Tinnitus-Retraining-Therapie

Retraining bedeutet so viel wie zurücktrainieren oder umlernen. Dabei wird unter anderem an der Aufmerksamkeit und Wahrnehmung gearbeitet mit dem Ziel, die Ohrgeräusche nicht mehr bis zum Bewusstsein vordringen zu lassen. Da das Pfeifen, Brummen oder Klingeln bedeutungslos ist, darf und soll es überhört werden. Bei der Retraining-Therapie, die schon vielen geholfen hat, arbeiten HNO-Ärzte, Psychologen und Hörakustiker eng zusammen.

Beratung und Aufklärung sind die Basis der Therapie. Denn um den Tinnitus ignorieren zu können, muss zunächst bewusst werden, dass er bedeutungslos und ungefährlich ist. Spezielle Entspannungstechniken helfen, den Stress und die Anspannung abzubauen, die durch die belästigenden Ohrgeräusche entstehen.

Tinnitus-Geräte

Die Arbeit an der inneren Einstellung wird durch technische Hilfen wirkungsvoll unterstützt werden. Wer unter chronischem Tinnitus leidet und eine Behandlung beginnt, ist ja naturgemäß zunächst nicht in der Lage, die belastenden Geräusche zu ignorieren. Rausch- oder Hörgeräte können diesen erwünschen Zustand herbeiführen. Sie verdecken den alarmierenden Tinnitus, so dass er nicht mehr die gesamte Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann. Auf dieser Basis lassen sich die anderen Therapieschritte entspannter bewältigen. Deshalb ist die Geräte-Versorgung ein wesentlicher Bestandteil der Therapie.

Tinnitus- oder Rausch-Geräte (Noiser) erzeugen ein angenehmes Rauschen, das leiser ist als die Ohrgeräusche. Der Tinnitus soll aus dem Rauschen wie die kleine Spitze eines Berges aus den Wolken herausschauen. So kann das Gehirn an das Geräusch gewöhnt werden und den Tinnitus als harmlos und unwichtig erkennen. Mit der Zeit kommt es dazu, dass die Ohrgeräusche nicht mehr oder nur noch in Intervallen wahrgenommen werden. Sie werden aus der Wahrnehmung ausgeblendet, wie beispielsweise das Brummen eines Kühlschrankes, das wir nur bei absoluter Aufmerksamkeit hören.

Hörgeräte bei Tinnitus

70-80% der Betroffenen haben zugleich auch eine Hörminderung. Oft können dann zwei Probleme auf einmal gelöst werden. Noch bevor eine Tinnitus-Therapie beginnt, sollten zunächst Hörgeräte angepasst werden. In vielen Fällen treten die Ohrgeräusche in den Hintergrund, sobald das Hörproblem gelöst ist: Sind die Außengeräusche wieder vollständig zu hören, kann der Tinnitus von den Alltagsgeräuschen verdeckt werden. Daher sollten bei Tinnitus möglichst früh Hörgeräte angepasst werden, auch wenn die Hörminderung nur gering ist. 

Wenn das nicht ausreicht, kann man Hörgeräte mit Tinnitus-Geräten kombinieren. In viele Hörgeräte kann ein Rausch-Modul eingebaut werden. Es gibt aber auch eigens dafür hergestellte Kombinationsgeräte, sogenannte Tinnitus-Instrumente.

Bei Neusehland arbeiten erfahrene Hörakustiker, die eine zusätzliche Ausbildung als Tinnitus-Spezialist absolviert haben und Sie sehr gerne ausführlich beraten. Natürlich kostenlos und unverbindlich.

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