04.02.2018

Gießen 46ers schärfen den Blick für nächste Siege

BBL Giessen 46ers beim Sponsorentermin / Sehtest inclusive Rückblick auf Oldenburg und Ausblick auf nächste Ziele (Gießener Anzeiger, 31.01.2018)

GIESSEN. Vielleicht war es kein Zufall, dass sich die Mannschaft für das erste Gruppenfoto des Nachmittags ausgerechnet vor dem Regal mit den Sonnenbrillen aufbaute, es passte. Und wenige Augenblicke später ging es raus in die strahlende Wintersonne. Vor der Filiale von „Neusehland“, seit nunmehr 15 Jahren Partner der Giessen 46ers, wurde ein weiteres Bild geknipst, anschließend verstreuten sich die Spieler gut gelaunt in der Innenstadt.

Das Team um Headcoach Ingo Freyer hatte Spaß. Auch beim Optiker-Termin zuvor, ein Sehtest, den übrigens fast die gesamte Mannschaft bestand, war die Laune gut. Die jüngste Niederlage in der 1. Basketball-Bundesliga (BBL), dieses bittere 95:99 gegen Oldenburg, und das trotz komfortablen Vorsprungs zur Halbzeitpause, scheint abgehakt. „Es hat klar gezeigt, dass wir an guten Tagen in der Lage sind – gerade zuhause – solche Teams zu schlagen “, zog Freyer auch einen positiven Aspekt aus dem Spiel gegen den amtierenden Vizemeister, zumal „die erste Halbzeit von uns super war“, wie er betonte. Aber mit einigen Phasen der Partie war der Headcoach ganz und gar nicht zufrieden und wurde gegenüber seinem spielenden Personal ungewohnt laut. „Er wollte einfach nur seinen Standpunkt klarmachen, ich denke nicht, dass es so schlimm war, wie manch einer vielleicht denken mag“, beschrieb Pointguard Darwin Davis gestern die Minuten in der Kabine. Selbst hatte der US-Amerikaner einen Abend mit mehr Tiefen als Höhen, sein Spiel wirkte unruhig und unüberlegt. „In der ersten Halbzeit haben wir mit sehr viel Energie gespielt, durch die Art und Weise, wie wir in die zweite Hälfte gestartet sind, haben wir den Gegner aber wieder aufgebaut und zurück ins Spiel geholt. Sie konnten nun das, was sie sich offensiv vorgenommen hatten, umsetzen – wir defensiv aber nicht“, blickte Davis zurück.

Unschuldig daran war er nicht. „Den Blick schärfen und auf die nächsten Siege richten“, wie es „Neusehland“-Prokurist Thomas Kupka beim Besuch der Basketballer sagte, hieß es nun am Dienstag. Doch im gesamten Februar warten zunächst nur zwei Spiele auf die Gießener (Gotha, 6.2.; Ulm, 10.2.), anschließend haben sie, auch aufgrund von Länderspiel- und Pokalpausen, drei spielfreie Wochenenden vor sich. „Das ist insgesamt katastrophal. Mal zwei Wochenenden frei, dann drei Partien innerhalb von 14 Tagen, dann wieder drei Wochenenden frei – das ist alles andere als gelungen“, schimpft Freyer. Schon im Januar hatte der BBL-Kalender für die Mittelhessen 17 wettkampffreie Tage parat. „Ein Vor- und Nachteil würde ich sagen. Wenn man mehrere Spiele hat, ist man im Rhythmus. Auf der anderen Seite hat man nun aber auch viel Zeit, zu trainieren und dabei Max zu integrieren“, sagt Center Mahir Agva, auch mit Blick auf Teamkollege Max Landis.

Gute Nachricht für Landis Seit Wochenbeginn weilt der Pointguard, der sich nach einer Knie-OP im Aufbautraining befindet, wieder in Gießen. In den Wochen zuvor war der 24-Jährige, der dem 46ers-Spiel in seinen bislang sechs Partien viel Ruhe und Struktur verliehen hatte, zur Behandlung in den USA. „Mir geht es gut. Ich dachte, die Saison sei für mich gelaufen. Doch nach einer weiteren Untersuchung hatte der ‚Doc’ gute Nachrichten und sagte, dass ich nur vier bis sechs Wochen ausfallen werde“, so Landis, der stets mit seinen Teamkollegen in Kontakt stand und sich auch die Spiele angeschaut hat: „Es fühlt sich sehr gut an, wieder im Kreis der Mannschaft zu sein.“ Ziel sei es am 5. März im Heimspiel gegen Brose Bamberg auf das Osthallen-Parkett zurückzukehren.

„Rein auf diese Personalie bezogen, kann der Spielplan schon ein Vorteil sein. Das wissen wir aber auch erst dann, wenn er wirklich spielen kann und das kann ich aktuell noch gar nicht einschätzen. Aber natürlich freue ich mich, dass er wieder hier ist. Und wenn er fit wird und uns helfen kann, ist das gut“, ist Freyer noch vorsichtig, was den Zeitpunkt des Comebacks angeht. Auch unter Berücksichtigung, dass man abwarten muss, wie das Knie auf die ansteigende Belastung reagiert. Kein Blatt vor den Mund nehmen derweil die Spieler, wenn es um das Ziel für die kommenden Monate geht. Mindestens Platz acht, aktuell vier Punkte entfernt, soll es sein. „Natürlich sind die Playoffs das Ziel, das waren sie vom ersten Tag an. Und dafür arbeitet jeder hart“, sagte Davis und Agva betonte: „Wir stehen weiterhin gut da, es sind lediglich zwei Siege Unterschied. Wir haben nun mit Gotha und Ulm zwei Gegner, die wir schlagen können, auch wenn wir natürlich wissen, dass Ulm zuhause sehr stark ist. Mit einem Auge schauen wir schon nach oben und versuchen, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen. Und dann müssen wir sehen, ob sich einer Ausrutscher erlaubt – dann wollen wir zuschlagen und versuchen, auf diesen achten Platz zu kommen.“

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