22.11.2018

Laura @Malta

Auslandspraktikum am Mittelmeer

 

Oder: die Herausforderung, alleine in einem fremden Land zu leben und zu arbeiten, neue Freunde zu finden und tolle Eindrücke zu sammeln.

Ein Erfahrungsbericht von Laura di Marino, Auszubildende bei Neusehland in Baunatal

Kann ich mich verständigen? Was werde ich an der Arbeit machen? Wie sind meine Arbeitskollegen? Mit wem wohne ich im Apartment zusammen? All diese Fragen habe ich mir gestellt, als klar war, dass ich im Rahmen des Gateway Programmes ein 4-wöchiges Praktikum auf Malta machen werde. Ich war ganz schön nervös…

Am 29.09.2018 ging es schließlich los. Und, das mal vorweg, obwohl es nicht immer leicht war, kann ich im Nachhinein sagen, dass diese Reise eines der schönsten Erlebnisse meines bisherigen Lebens war!

Mein Praktikum habe ich bei K-Optics in Sliema absolviert. Der Laden ist in zwei Bereiche eingeteilt: den Verkaufsraum und die Werkstatt. Im Verkaufsraum arbeiten drei Leute, die ausschließlich für die Kundenberatung zuständig sind. Sie suchen Fassungen aus und besprechen die Gläser. Hierfür wird keine Ausbildung benötigt. Wobei die Glasberatung lange nicht so ausführlich ist wie bei uns.

In der Werkstatt arbeiten die ausgebildeten Optiker, welche eine 2-jährige schulische Ausbildung absolviert haben. Ihre Aufgaben sind die Zentrierung, Anpassung der Brille, Ausmessen der Gläser sowie andere handwerkliche Tätigkeiten wie Schraube festziehen, Pad wechseln etc. Und natürlich das Schleifen der Gläser mit dem CNC-Automaten, wie wir es auch hier kennen.

 

Manches ist in Malta anders als bei uns. Die Augen darf nur der Augenarzt überprüfen, das gleiche gilt auch für die Kontaktlinsenanpassung. Aus diesem Grund kommt der Arzt zwei Mal in der Woche in den Laden. Ein Sehtest kostet dann 20 €. Die Sonnenschutzgläser werden einmal in der Woche von Hand eingefärbt.

Mein erster Tag an der Arbeit war ein wenig holperig. Durch meine Nervosität und die Sprachbarriere habe ich vieles nicht verstanden und mir fiel es schwer, meine Arbeitskollegen einzuschätzen und die Ironie und Sprachwitze zu verstehen. Doch dies legte sich in Laufe der Zeit. Zum Glück kannte ich den CNC Automaten bereits und wusste, wie man diesen bedient.

Ich wohnte in einem Apartment mit sechs anderen Deutschen, die ebenfalls am Gateway Programm teilnahmen. Wir verstanden uns alle sehr gut und haben jedes Wochenende was zusammen unternommen.

Dabei habe ich natürlich auch die Lebensweise der Malteser kennengelernt. Woran ich mich bis zum Schluss nicht gewöhnen konnte, war der Linksverkehr. Das Busfahren war auch immer wieder ein Erlebnis. Damit der Bus anhält, muss man seine Hand ausstrecken, ansonsten fährt der einfach an einem vorbei. Genauso wie der Müllwagen, dem zwei Leute hinterherrennen, um die Müllsäcke, die an den Straßen liegen, hineinzuwerfen.

Sehr schön: die Hauptstadt Valletta mit ihren kleinen Gassen, Museen und Sehenswürdigkeiten – und auch Altstadt Mdina, die durch ihre mittelalterliche Bauweise gerne als Filmkulisse dient, zum Beispiel für die berühmte Serie „Game of Thrones“.
Natürlich habe ich mir auch die tolle Natur auf Malta angeschaut. Die Landschaft ist im Vergleich zu Deutschland sehr trist - aber ganz anders das Meer! Es gibt viele Sandstrände und Felsvorsprünge, zum Beispiel die „Blaue Grotte“ oder die „Azur Windows“, und ich habe mich manchmal wie im Paradies gefühlt.

 

Die Zeit in Malta ist wie im Flug vergangen. Ich bin wirklich froh, dass ich den Schritt gewagt und dieses Praktikum gemacht habe.

Ein großes Dankeschön an Neusehland dafür, dass ich diese wertvollen Erfahrungen sammeln durfte!!!

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