08.05.2018

L’icône – Yves Saint Laurent

Schüchtern linst er durch die übergroße schwarze Hornbrille. Verlegen rückt er sie zurecht. Ein Mann mit vielen Facetten: Frauenversteher, Ikone, Revolutionär.

„Ich kenne nur drei französische Worte: Yves, Saint und Laurent.“ (Lady Diana)

An einem heißen Spätsommertag wird Yves Saint Laurent in Algerien geboren. Schnell entdeckt er seine Faszination für die bunten Trachten seiner Heimat. Bereits mit 17 Jahren zieht es den jungen Yves nach Paris um Mode zu studieren. Wenige Jahre später wird er Art Director des Modehauses Dior. Auf den raschen Aufstieg folgt ein tiefer Schicksalsschlag. Saint Laurent wird zum Militärdienst nach Algerien berufen. Noch vor Antritt erleidet er einen Zusammenbruch und stürzt in die Drogenabhängigkeit. Dior trennt sich von dem Wunderkind. Er wird zum Enfant Terrible der Branche. Unterstützt von Pierre Berge, der ihn sein Leben lang begleiten wird, gründet er sein eigenes Label: YSL.

Exzessiv, exklusiv, explosiv. Künstler verbringen mehr Zeit auf Partys als in ihren Ateliers. Saint Laurent entdeckt die Freizügigkeit im Paris der 60er Jahre. „Es war wie eine Explosion“. In einer Zeit des New Looks und der Wespentaille erlöst er Frauen von allen Zwängen. Die Frau wird dem Mann nicht nur ebenbürtig, sie wird zu seinem Gegner. Transparente Stoffe, fehlende Unterwäsche, maskuline Schnitte. Frauen haben ihm den „Le Smoking“ zu verdanken – das Symbol der Frauenbewegung der 60er Jahre. Der unscheinbare Yves Saint Laurent revolutioniert die Mode über Nacht.

„Ich weiß, dass ich die Mode vorangebracht habe und den Frauen ein bisher verbotenes Universum geöffnet habe.“

Auch heute hat das Label seinen revolutionären Geist nicht verloren. 2012 wurde die Modesparte in Saint Laurent Paris umbenannt. Von einer schlanken und eleganten Wortmarke hin zu einem schlichten Schriftzug. Das Yves fällt weg- damit auch die noch berühmtere Abkürzung: YSL. Ein äußerst brutaler Schachzug in einem Milliardenmarkt. Reduzierter, cooler, jünger! Mit dem neuen Look will die Marke greifbarer sein. Die glorreichen Zeiten der großen Modehäuser sind vorbei. Die Stöckelschuhe müssen seit Jahren den Sneakern weichen. Da ist kein Platzt für eine verschnörkelte Marke. In ist was auf der Straße getragen wird.

Ein Loft in Paris. Der Morgen nach der „Boum“. Opium gemischt mit Rauch. Augenringe verdeckt von getönten Gläsern. Das sind Szenen aus der neuen Eyewear Kampagne. Die Brillen sind wie Yves selbst, sie wollen sich nicht anpassen – zu groß, zu extravagant, zu protzig. Für die Werbekampagne seines Parfums „Y“ ließ er sich nackt fotografieren. Er trägt nichts als seine Brille und den Duft. Provocation à la Parisienne…

Aufregend schöne Brillen und Sonnenbrillen von Saint Laurent findet ihr bei Neusehland in Limburg und Neu-Isenburg.

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